Geschichte der Painter's Threads
exclusiv produziert von Tentakulum Manufaktur
Wie alles angefangen hat ...
Schon seit meiner Jugend habe ich immer wieder verschiedene Kunstformen gemischt. Die besondere Beschäftigung mit dem Sticken liess mich immer mehr maler finden, die sich auch mit textilen Techniken beschäftigt haben. Allen voran die Künstler aus der Gruppe “Die Blauen Reiter” um Kandinsky, Klee, Macke und Marc.
Vor meiner Stick-Ausbildung war ich eine begeisterterte Anhängerin der Impressionisten mit wenig Neigung, auch einmal nach rechts oder links zu schauen. Während meiner Ausbildung änderte sich dies ganz langsam und vor allem Expressionisten drängten sich immer mehr in den Vordergrund. Die Klarheit der Formen und die intensive Ausstrahlung der Farben lassen die Finger jeder Nadel-Enthusiastin kribbeln.
Als ich dann noch auf ein kleines Büchlein
Kunsthandwerkliche Arbeiten August Mackes gestossen bin und darin Stickentwürfe von August Macke fand, war es um mich geschehen. Einige Zeit später hatte ich sogar das Glück, auf einer Ausstellung des Rosgarten Museums in Konstanz
Mein erstes Bild, das ich in eine textile Technik umsetzen wollte, war 'Der Kreuzberg bei Bonn' eine Aquarell-Kreide-Arbeit von August Macke.
August Macke wuchs in Bonn seit seinem 14. Lebensjahr auf, der Kreuzberg ist eine berühmte Sehenswürdigkeit der ehemaligen Bundeshauptstadt. Für diese Stickarbeit habe ich mein erstes Painter's Garn entworfen, die Nr. 101 – Macke… Ich wollte mit den gelb-pink-blau-Tönen die Fläche unter dem kleinen Haus arbeiten.
Das Garn sollte nicht in sich wiederholenden Farbfolgen sein, sondern eine bunte Melange der verwendeten Farben. So habe ich mit verschiedenen Färbemethoden, die dem Handfärber mit den modernen Farben zur Verfügung stehen, herumexperimentiert, bis ich eine Technik gefunden hatte, mit der ich diese Wirkung erzielen konnte.
Dies entspricht auch in ganzem Umfang dem, was unsere kleine Manufaktur den modernen HandstickerInnen bieten möchte: Exklusivität und Extravaganz. Es handelt sich dabei nicht mehr um ein ein Färben im herkömmlichen Sinne, sondern eine Bemalen der Garne mit einer ausgefallenen Technik.
Nach Fertigstellung des Projektes waren meine StudentInnen an der International School for Textile Arts und andere BesucherInnen so begeistert von diesem Garn, dass sie es auch gerne ausprobieren wollten.
So entstand langsam der Gedanke, aus dieser Art der Handfärbung eine Reihe zu machen. Allerdings zuerst nur für den Gebrauch in einer Serie von Stickpackungen, die leider aus der Planungsphase noch nicht herausgekommen ist, in der es um die Umsetzung von Gemälden in textile Techniken geht.
Irgendwann sind die Garne dann auf nicht mehr nachvollziehbaren Wegen in die Hände von Kreuzstich-Designern gefallen und haben deren Herz erobert. Jetzt begann das Rad zu rollen! Und ich stand da mit der Freude, dass dieses Garn viele Freunde gefunden hat und mit dem Wissen, dass diese Art der Handfärbung ein reproduzierbares Ergebnis nicht möglich macht…
Wir Textil-Süchtige wären aber nicht solche, wenn wir uns von so einer Kleinikgeit unterkriegen lassen würden! Also habe ich angefangen, die Farben in Serie zu produzieren, habe sie Painter's Threads genannt und jede Farbe einem Maler (Nachname wie "Macke") oder einer Malerin (Vorname wie "Frida") gewidmet. Inzwischen haben sie eine weltweite Fangemeinde, trotz - oder vielleicht gerade weil jedes Strängchen ein absolutes Unikat ist.
Viele „sammeln“ die Painter's Farben und freuen sich auf jede neue Färbung. Und ich freue mich, dass aus einer kleinen Idee eine grosse Bewegung geworden ist und viele Menschen daran so viel Freude haben wie ich!

